{"id":2,"date":"2016-05-10T03:48:21","date_gmt":"2016-05-10T03:48:21","guid":{"rendered":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/?page_id=2"},"modified":"2020-07-23T21:33:47","modified_gmt":"2020-07-23T21:33:47","slug":"sample-page","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/","title":{"rendered":"Tourismus und das Souvenir \u2013 Eine Online-Ausstellung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Souvenirs sind ein konstitutives Element des Tourismus. Sie sind so selbstverst\u00e4ndlich wie die Voraussetzungen, die den Tourismus erm\u00f6glichen oder beg\u00fcnstigen.<\/strong><\/p>\n<p>Das Souvenir ist ein so unverzichtbares Requisit der touristischen Kultur\u00a0wie das Flugzeug, der Reisebus, das Hotel, die Reisegruppe, der Reisef\u00fchrer in Person, der Reisef\u00fchrer in Buchform, die Sehensw\u00fcrdigkeit und die Folkloreveranstaltung, Ansichtspostkarte, Landkarte und Stadtplan, Fotoapparat. Ein Tourismus-Land, in dem keine Souvenirs verkauft werden, gibt es nicht. (<a href=\"http:\/\/hasso-spode.de\/lehre\/Thurner94-Souvenir.pdf\">Ingrid Thurner<\/a>)<\/p>\n<h5>KURZER R\u00dcCKBLICK<\/h5>\n<p>Die Geschichte des Tourismus beginnt mit den Fr\u00fchromantikern im 18. Jahrhundert. Um 1900 war dann die Goldene Zeit des Elitetourismus. Findige Veranstalter, voran Thomas Cook &amp; Son, boten ausgekl\u00fcgelte Arrangements an; auf dem Vesuv, etwa, betrieb die Weltfirma eine Seilbahn. Und riesige Kreuzfahrtschiffe, f\u00fchrend war hier die Hapag, befuhren die Meere von Samoa bis Spitzbergen. \u201eZu den Eigent\u00fcmlichkeiten unserer Zeit geh\u00f6rt das Massenreisen\u201c, notierte Theodor Fontane. Indes war sein Blick auf die eigenen, b\u00fcrgerlichen Kreise gerichtet. Neun Zehntel der Deutschen hatten keinen Anteil am &#8222;Massenreisen&#8220;. Es fehlte an Zeit und Geld f\u00fcr diesen Luxus.<\/p>\n<p>Auch nach dem Ersten Weltkrieg blieb die Urlaubsreise ein Vorrecht der \u201ebesseren Leute\u201c, obwohl Arbeiter &#8211; etwa die H\u00e4lfte der Erwerbsbev\u00f6lkerung &#8211; nun ebenfalls einen Urlaubsanspruch hatten. Freilich oft nur drei Tage, und bei einem Monatslohn von nicht einmal 200 Reichsmark blieb nichts \u00fcbrig f\u00fcrs Verreisen.<\/p>\n<p>Die &#8222;Brechung des b\u00fcrgerlichen Reiseprivilegs&#8220; nahmen sich dann die Nationalsozialisten vor. Am 17. Februar 1934 rollten fahnengeschm\u00fcckte Sonderz\u00fcge durchs Reich: 10.000 \u201eArbeiterurlauber\u201c wurden in die Ferien geschickt &#8211; ein propagandistischer Paukenschlag. Veranstalter des Spektakels war die halbstaatliche \u201eNS-Gemeinschaft \u201aKraft durch Freude\u2019\u201c, kurz KdF. Der Sozialtourismus \u2013 auch der Urlaubsanspruch f\u00fcr Arbeiter wurde deutlich verbessert &#8211; wurde zum Kernst\u00fcck des \u201eSozialismus der Tat\u201c, der die renitente Arbeiterschaft vom \u201eKlassenkampfgedanken\u201c abbringen sollte: Reisen als Ausgleich f\u00fcr den Verlust der Menschen- und Tarifrechte. Die Reise wurde erstmals industriell produziert \u2013 KdF wurde aus dem Stand zum weltgr\u00f6\u00dften Veranstalter, weit vor Thomas Cook. Die Bilder &#8222;deutscher Arbeitsmenschen&#8220;, die sich an Deck von Luxuslinern sonnten, sorgten im In- und Ausland f\u00fcr eine Sensation. Freilich: Der Propagandarummel verdeckte, dass trotz beachtlicher Teilerfolge kein sozialer Durchbruch erzielt wurde: Die Urlaubsreise blieb letztlich eine Sache der Ober- und Mittelschichten.<\/p>\n<p>Erst in den 1960\/70er Jahren wird das \u201eMassenreisen\u201c, von dem Fontane gesprochen hatte, in Ost und West allm\u00e4hlich soziale Realit\u00e4t. Auch untere Einkommen hatten jetzt zunehmend Teil am Tourismus. Die Urlaubsreise wurde ein selbstverst\u00e4ndlicher Teil Lebensgestaltung in breitesten Schichten. 2019 hatten die Deutschen rund 55 Millionen Reisen unternommen, rund zwei Drittel davon ins Ausland. (<a href=\"http:\/\/www.dhm.de\/blog\/2017\/03\/08\/der-aufstieg-des-tourismus\/\">Hasso Spode<\/a>)<\/p>\n<p>Dann kam der Lockdown.\u00a0 Der Tourismus erlebt einen in Friedenszeiten noch nie dagewesenen Einbruch. Immerhin k\u00f6nnen uns Souvenirs an sch\u00f6ne Reisen erinnern, die wir bereits gemacht haben.\u00a0L\u00e4ngst sind diese &#8222;Reise-Reliquien&#8220; auch ein Thema der Forschung geworden. Hier werden solche Mitbringsel exemplarisch vorgestellt und zu ausgew\u00e4hlten St\u00fccken wird die Geschichte erz\u00e4hlt, die mit ihnen verbunden ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-149\" src=\"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/TU-LOGO1.gif\" alt=\"\" width=\"146\" height=\"50\" \/> \u00a0 <img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-150\" src=\"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/CM-LOGO1.jpg\" alt=\"\" width=\"93\" height=\"52\" \/> <img loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-154\" src=\"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/HAT-LOGO1-e1595539941472.gif\" alt=\"\" width=\"57\" height=\"42\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/info.flagcounter.com\/CJca\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/s11.flagcounter.com\/count\/CJca\/bg_FFFFFF\/txt_8C8C8C\/border_CCCCCC\/columns_1\/maxflags_1\/viewers_hat+cms\/labels_0\/pageviews_0\/flags_0\/percent_1\/\" alt=\"Flag Counter\" width=\"57\" height=\"29\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Souvenirs sind ein konstitutives Element des Tourismus. Sie sind so selbstverst\u00e4ndlich wie die Voraussetzungen, die den Tourismus erm\u00f6glichen oder beg\u00fcnstigen. Das Souvenir ist ein so unverzichtbares Requisit der touristischen Kultur\u00a0wie das Flugzeug, der Reisebus, das Hotel, die Reisegruppe, der Reisef\u00fchrer in Person, der Reisef\u00fchrer in Buchform, die Sehensw\u00fcrdigkeit und die Folkloreveranstaltung, Ansichtspostkarte, Landkarte und Stadtplan, &hellip; <a href=\"http:\/\/hat.hist-soz.de\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">&#8222;Tourismus und das Souvenir \u2013 Eine Online-Ausstellung&#8220; <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2"}],"collection":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2"}],"version-history":[{"count":20,"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":155,"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2\/revisions\/155"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}