{"id":112,"date":"2020-07-19T13:57:15","date_gmt":"2020-07-19T13:57:15","guid":{"rendered":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/b6.jpg"},"modified":"2020-07-19T14:58:30","modified_gmt":"2020-07-19T14:58:30","slug":"b6","status":"inherit","type":"attachment","link":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/?attachment_id=112","title":{"rendered":"B6"},"author":1,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"description":{"rendered":"<p class=\"attachment\"><a href='http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/b6.jpg'><img width=\"144\" height=\"108\" src=\"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/b6.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" loading=\"lazy\" \/><\/a><\/p>\n<p>99 gru\u0308ngefa\u0308rbte, durch einen Faden durchzogene und aneinandergereihte Holzkugeln mit einer Tassel. Auf dem ebenfalls gru\u0308n- ho\u0308lzernem U\u0308bergang zwischen Kugeln und Tassel finden sich goldfarbene arabische Schriftzu\u0308ge. Die La\u0308nge des Objektes betra\u0308gt ca. 60 cm. Funktional kann dieses Objekt wa\u0308hrend des Praktizierens des muslimischen Gebetes herangezogen werden.<br \/>\nGeschichte: Ein pra\u0308gendes Datum im neuen Lebensabschnitt sechs junger Menschen sollte der abschiedsreiche 31. August 2014 werden. Ich begab mich mit anderen, die ebenfalls an dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst teilnahmen, auf eine la\u0308ngerfristige Reise nach Bangladesch, um dort unterstu\u0308tzend fu\u0308r sogenannte Nichtregierungs- organisationen im Grundbildungsbereich in den la\u0308ndlichen U\u0308berschwemmungs- gebieten zu arbeiten.<br \/>\nAngekommen am Hauptstadtflughafen in Dhaka erschlug uns das feuchtwarme Klima. Durch die dru\u0308ckende Gro\u00dfstadthitze und u\u0308berfu\u0308llten Stra\u00dfenzu\u0308ge gelangten wir schlie\u00dflich in das Hauptquartier der Nichtregierungsorganisation NETZ-Bangladesch. Wir gewo\u0308hnten uns an die neuen und ungewohnten Eindru\u0308cke, die uns diese Mega- City mit scha\u0308tzungsweise 18 Millionen Einwohner*innen offenbarte. Die akustische und ungewohnte Pra\u0308gung der Stadt, die Klanglandschaft ist bis heute eine der einpra\u0308gsamsten Erinnerungen fu\u0308r uns alle. Der morgendliche Ruf des Muezzins geho\u0308rte zum festen und unabdingbaren Bestandteil eines jeden Tages, wie das besta\u0308ndige Hupen und die lauten Stimmen der Stra\u00dfenwarenverka\u0308ufer, die in einer unnachahmlichen Lautsta\u0308rke ihre Waren anpriesen.<br \/>\nIch streifte an einem Septemberfreitag durch die monsundurchtra\u0308nkte Landschaft dieser Metropole, unweit des Wohnsitzes von Verwandten und begab mich auf den Weg zur Freitagspredigt, um mein Gebet in einer Moschee zu vollziehen. Ein Rikschafahrer brachte mich dorthin. Er hatte gro\u00dfe Mu\u0308he uns durch die schlammige und wasserdurchtra\u0308nkte Stra\u00dfe ca. 500 Meter weiter zu befo\u0308rdern. Angekommen vor den Toren der Moschee, machte ich mich in Richtung Halle auf. Nach Beendigung des Freitagsgebetes trank ich in einer schattenreichen Gasse unweit der Moschee, einen fu\u0308r die Stadt beru\u0308hmten Ingwertee, welcher mir ein \u201efreundlicher Onkel\u201c an seinem Stra\u00dfenteestand servierte. Ich bemerkte daraufhin einen lauten Ruf in einer ohnehin schon lauten Nebengasse. In diesem Moment ging ich zu\u0308gig zum Ort des Geschehens und traf auf einen a\u0308lteren Mann mit orangegefa\u0308rbtem Hennabart und wei\u00dfem Leinengewand, der muslimische Gebetsketten in den verschiedensten Farben verkaufte. Er sprach zu mir mit den Worten: \u201eSohn, bei Gott dem Allma\u0308chtigen, kaufe eine der vielen Ketten und du sollst fortan gesegnet sein\u201c. Ich erwartete bei diesem<br \/>\nKauf natu\u0308rlich nicht einen besta\u0308ndigen Segen, ausgesprochen von einem Ha\u0308ndler, der seine Waren zur Existenzsicherung anbot. So entschied ich mich dann am Ende doch eine der Gebetsketten zu erwerben. Neunundneunzig; aneinandergereihte, gru\u0308n- ho\u0308lzerne Kugeln durch einen Faden durchzogen, auf denen auf jeder einzelnen Kugel die neunundneunzig Namen Gottes geschrieben stehen, bilden das Souvenir der Gebetskette. Heute \u2013 sechs Jahre nach Erwerb ist ebendiese Kette immer noch praktikabel und gut erhalten.<\/p>\n"},"caption":{"rendered":"<p>Herkunft: Bangladesch<\/p>\n"},"alt_text":"","media_type":"image","mime_type":"image\/jpeg","media_details":{"width":144,"height":108,"file":"2020\/07\/b6.jpg","sizes":{},"image_meta":{"aperture":"0","credit":"","camera":"","caption":"","created_timestamp":"0","copyright":"","focal_length":"0","iso":"0","shutter_speed":"0","title":"","orientation":"0","keywords":[]}},"post":68,"source_url":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/b6.jpg","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/112"}],"collection":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media"}],"about":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/attachment"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=112"}]}}