{"id":107,"date":"2020-07-19T13:57:10","date_gmt":"2020-07-19T13:57:10","guid":{"rendered":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c4.jpg"},"modified":"2020-07-20T18:52:26","modified_gmt":"2020-07-20T18:52:26","slug":"c4","status":"inherit","type":"attachment","link":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/?attachment_id=107","title":{"rendered":"C4"},"author":1,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"description":{"rendered":"<p class=\"attachment\"><a href='http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c4.jpg'><img width=\"128\" height=\"150\" src=\"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c4.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" loading=\"lazy\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es handelt sich um einen Naturstein, vermutlich Feuerstein, 4,5 cm hoch, 4 cm breit, 4,6 cm tief und 76 g schwer. Er hat eine unregelm\u00e4\u00dfige Form und eine abwechslungsreiche Beschaffenheit, die durch verschiedene Abstufungen von Rauheit und Glattheit gekennzeichnet ist. Einige Stellen weisen unterschiedlich tiefe Dellen auf. Die Farbgebung deckt ein Spektrum von Wei\u00df- \u00fcber hellgraue und gelbliche bis zu Schwarzt\u00f6nen ab. Aus einem Blickwinkel l\u00e4sst sich im Stein eine gespenstartige Gestalt erkennen.<\/p>\n<p>Geschichte: Es ist Sp\u00e4tsommer 2008. Jagoda und Matthias sind ein frisch verliebtes Paar. Sie leben in Berlin. Sie ist angehende Kunsthistorikerin und Anglistin, 26 Jahre alt, er Musiker, 29. Sie begeben sich auf eine ihrer ersten gemeinsamen Reisen. Es geht nach R\u00fcgen. Nach einer Zugfahrt mit mehrmaligem Umsteigen erreichen sie die Insel und stellen ihr Zelt auf einem Campingplatz mitten im Wald auf. Die n\u00e4chsten drei Tage verbringen sie beim Wandern in duftenden W\u00e4ldern und an steinigen Str\u00e4nden. W\u00e4hrend sie bei einem der Strandspazierg\u00e4nge eine kurze Pause einlegen, blickt sie auf einmal aus dem Steinmeer heraus eine besondere Gestalt an: ein Gesicht, ein L\u00e4cheln, \u201eein guter Geist\u201c, so ihre unmittelbare Reaktion. Es ist ein kleiner Naturstein, in dem sich eine geisterhafte Gestalt erkennen l\u00e4sst. Sie nehmen den \u201el\u00e4chelnden Steingeist\u201c nach Berlin mit und geben ihm den Namen Hui bui, eine Anspielung auf Hui Buh, das Schlossgespenst, die Hauptfigur einer H\u00f6rspielserie und Buchreihe f\u00fcr Kinder und Jugendliche. Hui bui bekommt einen Platz in der gemeinsamen Wohnung der beiden und wird zu deren stillen, aber bedeutungsvollen Alltagsbegleiter. <\/p>\n<p>Kurz nach der Reise zieht Jagoda f\u00fcr ein Studium nach Dublin. Sie bleibt dort ein Jahr und vermisst dabei Berlin und ihren Freund. In einem Berliner Fotoautomaten macht Matthias Bilder f\u00fcr Jagoda, auf welchen er Hui bui in seiner Hand h\u00e4lt. Nur auf dem letzten ist auch sein Gesicht hinter dem Steingeist zu sehen. Hui bui steht hier f\u00fcr das Zuhause in der Ferne. Von einem Souvenir von einer Reise wird er zu einem Symbol des Zuhauses in einer Zeit der Abwesenheit und des Getrenntseins. 2017 ziehen sie in einen anderen Kiez innerhalb Berlins um. In der neuen Wohnung verschiebt sich wiederum die Bedeutung von Hui bui. Da dort eine Nostalgie gegen\u00fcber der ersten gemeinsamen Wohnung aufkommt, r\u00fcckt der Erinnerungswert von Hui bui st\u00e4rker in den Vordergrund. Er stellt jetzt weniger ein Zuhause-Symbol der Gegenwart dar. Vielmehr steht er f\u00fcr eine Vergangenheit, die sich zum Teil mit der Zeit des urspr\u00fcnglichen Urlaubs deckt, allerdings den l\u00e4ngeren Zeitraum der fr\u00fchen Beziehung und der ersten Wohnung umfasst. Als Erinnerungsst\u00fcck hat Hui bui \u00fcber die Jahre hinweg somit einen mehrschichtigen \u00dcberschreibungsprozess erfahren, der \u00fcber die Funktion eines Reisesouvenirs hinausgeht. <\/p>\n"},"caption":{"rendered":"<p>Herkunft: unbekannt<\/p>\n"},"alt_text":"","media_type":"image","mime_type":"image\/jpeg","media_details":{"width":128,"height":150,"file":"2020\/07\/c4.jpg","sizes":{"thumbnail":{"file":"c4-128x150.jpg","width":128,"height":150,"mime_type":"image\/jpeg","source_url":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c4-128x150.jpg"},"full":{"file":"c4.jpg","width":128,"height":150,"mime_type":"image\/jpeg","source_url":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c4.jpg"}},"image_meta":{"aperture":"0","credit":"","camera":"","caption":"","created_timestamp":"0","copyright":"","focal_length":"0","iso":"0","shutter_speed":"0","title":"","orientation":"0","keywords":[]}},"post":68,"source_url":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c4.jpg","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/107"}],"collection":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media"}],"about":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/attachment"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=107"}]}}