{"id":106,"date":"2020-07-19T13:57:09","date_gmt":"2020-07-19T13:57:09","guid":{"rendered":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c5.jpg"},"modified":"2020-08-02T16:01:22","modified_gmt":"2020-08-02T16:01:22","slug":"c5","status":"inherit","type":"attachment","link":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/?attachment_id=106","title":{"rendered":"C5"},"author":1,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"description":{"rendered":"<p class=\"attachment\"><a href='http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c5.jpg'><img width=\"154\" height=\"206\" src=\"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c5.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" loading=\"lazy\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Objekt ist eine verkleinerte B\u00fcste der Venus. Es ist ungef\u00e4hr 15 cm hoch, 9 cm breit und 5,5 cm tief und aus wei\u00dfem Kalkstein gefertigt. Es zeigt die B\u00fcste einer j\u00fcngeren Frau, der rechte Oberarm ist zur H\u00e4lfte abgebildet, der linke Oberarm bis zur Schulter. Der Kopf ist leicht zur linken Seite gedreht, relativ neutraler Blick, links-mittige Blickrichtung, keine Faltenbildung. Die leicht welligen Haare sind zu einem Zopf zusammengebunden mit einem Haarband im vorderen Bereich, hinten treten einige Haarstr\u00e4hnen aus dem Zopf heraus und den Nacken verdecken. Die Frau ist unbekleidet mit freiliegenden Br\u00fcsten. Die B\u00fcste steht auf einem kreisrunden Sockel und r\u00fcckseitig schulterabw\u00e4rts leicht ausgeh\u00f6hlt. Die Figur hat einige leichte Besch\u00e4digungen an der Nase, am Hals und der rechten Brust. Zwischen dem Sockel und dem Oberk\u00f6rper ist der Name Venus eingraviert.<\/p>\n<p>Geschichte: Die Venusfigur stammt von einer Griechenlandreise mit meiner Freundin aus dem Jahr 2015. Wir besuchten die Insel Korfu und die kleinen Nachbarinseln Paxos und Antipaxos. Ich bin kein gro\u00dfer Fan von Touristenkitsch, besonders wenn die Mitbringsel im Anschluss an die Reise hauptsa\u0308chlich als Staubfa\u0308nger in der Wohnung fungieren. Souvenirs ohne Gebrauchswert u\u0308berleben dementsprechend meistens nicht sehr lange in meiner Wohnung. Bei der Venusfigur verha\u0308lt es sich jedoch anders.<br \/>\nDie Aphrodite besitzt als Go\u0308ttin der Liebe, der Scho\u0308nheit und des erotischen Verlangens in der ro\u0308mischen Mythologie einen starken Symbolcharakter. Man ko\u0308nnte hinsichtlich der Bedeutung der Aphrodite als Go\u0308ttin der Liebe und der sinnlichen Begierde vermuten, dass der Kauf der Bu\u0308ste romantisch motiviert war und die Aphrodite als ein Symbol der Liebe fungieren sollte. Jedoch war der Kauf zum einen a\u0308sthetischer und daher wenig tiefgru\u0308ndiger Natur, und zum anderen in meinem aus der Kindheit stammenden Interesse fu\u0308r Geschichten aus der griechischen Mythologie begru\u0308ndet.<br \/>\nDie Aphrodite erinnerte mich so beispielsweise an die Sage des Urteils von Paris, welche den Trojanischen Krieg ausgelo\u0308st haben soll. Die drei Go\u0308ttinnen Aphrodite, Athene und<br \/>\n Hera sind wie fast alle anderen Go\u0308tter zur Hochzeit des Peleus und der Thetis eingeladen, ausgenommen Eris, die Go\u0308tting der Zwietracht, da diese immer wieder fu\u0308r A\u0308rger auf Feiern sorgt. Beleidigt durch die fehlende Einladung wirft sie einen goldenen Apfel mit der Widmung \u201eFu\u0308r die Scho\u0308nste\u201c unter die feiernden Go\u0308tter des griechischen Olymps. Daraufhin kommt es zum Streit zwischen Aphrodite, Athene und Hera, wem dieser Apfel gebu\u0308hre, da sich alle drei fu\u0308r die Scho\u0308nste halten. Und so kam der Zankapfel in die Welt.<br \/>\n Zeus als ho\u0308chster Olympier zieht sich aus der Affa\u0308re und legt das Urteil in die Hand eines Sterblichen: Er bestimmt den unschuldigen Ju\u0308ngling Paris als Schiedsrichter fu\u0308r die Go\u0308ttin der Scho\u0308nheit. Paris ist der scho\u0308ne, wenngleich versto\u00dfene Sohn des trojanischen Ko\u0308nigs. Jede Go\u0308ttin versucht den Ko\u0308nigssohn auf ihre Weise mit einer Belohnung zu bestechen. Hera verspricht ihm Macht in Form eines Ko\u0308nigreiches, er wu\u0308rde der gro\u0308\u00dfte Prinz aller Zeiten werden. Athene verspricht ihm hingegen Weisheit und Unbesiegbarkeit, er wu\u0308rde der gro\u0308\u00dfte Held werden, den die Welt je gesehen hat. Zuletzt lockt Aphrodite ihn mit der Liebe zur Helene von Sparta, der scho\u0308nsten sterblichen Frau, die jedoch bereits mit dem Ko\u0308nig von Sparta verheiratet ist. Er wu\u0308rde der glu\u0308cklichste Liebende auf der Welt werden. Damit gewinnt Aphrodite den Wettbewerb und erha\u0308lt den Apfel von Paris. Um ihr Versprechen zu halten, hilft sie Paris Helena zu verfu\u0308hren &#8211; der sogenannte Raub der<\/p>\n<p>Helena, der schlie\u00dflich der mythologischer Anlass fu\u0308r den Trojanischen Krieg wird. Ein Krieg der Liebe, angezettelt von Aphrodite.<br \/>\nUns sind diese und andere griechische Sagen aus der Kindheit pra\u0308gend in Erinnerung geblieben und als wir die Bu\u0308ste der Aphrodite sahen, erinnerte sie uns an die griechische Mythologie. Aphrodite hat den Beinamen \u201edie Schaumgeborene\u201c, da sie aus den Wellen des Meeres auf der Insel Zypern an Land ging. Zypern gilt daher auch als Insel der Schaumgeborenen, und obwohl die beiden Inseln Korfu und Zypern fast 200 Kilometer trennen, hat die Aphrodite ebenfalls im westlichsten Teil Griechenlands einen pra\u0308genden Eindruck hinterlassen, dass ich sie dort kaufen konnte. Zwar hatte die Figur beim urspru\u0308nglichen Kauf keine sonderlich tiefgru\u0308ndige Bedeutung fu\u0308r mich, jedoch erweckt sie trotzdem Erinnerungen und Bilder der Reise. Ich schaue sie mir die Schaumgeborene daher immer noch gerne an. Sie erinnert mich an die Reise und die dazugeho\u0308rigen Emotionen, an das Mittelmeer, die griechische Kultur und sogar an die salzige Meeresluft. Der wei\u00dfe Kalkstein der Figur weckt Bilder der Kalksteinfelswa\u0308nde an der Ku\u0308ste und sogleich sehe ich ebenfalls das tu\u0308rkisblaue Meer wieder vor mir.<\/p>\n"},"caption":{"rendered":"<p>Herkunft: Korfu, Griechenland<\/p>\n"},"alt_text":"","media_type":"image","mime_type":"image\/jpeg","media_details":{"width":154,"height":206,"file":"2020\/07\/c5.jpg","sizes":{"thumbnail":{"file":"c5-150x150.jpg","width":150,"height":150,"mime_type":"image\/jpeg","source_url":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c5-150x150.jpg"},"full":{"file":"c5.jpg","width":154,"height":206,"mime_type":"image\/jpeg","source_url":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c5.jpg"}},"image_meta":{"aperture":"0","credit":"","camera":"","caption":"","created_timestamp":"0","copyright":"","focal_length":"0","iso":"0","shutter_speed":"0","title":"","orientation":"0","keywords":[]}},"post":68,"source_url":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/c5.jpg","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/106"}],"collection":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media"}],"about":[{"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/attachment"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hat.hist-soz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=106"}]}}